Ibragim Tuschajew

„Sie wurden versammelt, in Güterzüge gesetzt und mit einem ungewissen Ziel aus ihrer Heimat gebracht.“

LOST HISTORY – SHARED MEMORIES

Ibragim Tuschajew

Ibragim Tuschajew wurde in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny geboren und kam als Teenager im ersten Tschetschenienkrieg als einer der ersten Geflüchteten aus Tschetschenien nach Deutschland. Er lebt und arbeitet in Köln und engagiert sich vielfältig in der tschetschenischen Diaspora.
Die Nachkommen der tschetschenischen Deportierten kommen heute als Asylbewerber*innen nach Deutschland. Sie fliehen vor Gewalt, politischer Verfolgung und Perspektivlosigkeit aus ihrer Heimat Tschetschenien.

In der Bundesrepublik begegnen sich Nachkommen der deportierten Russlanddeutschen und Nachkommen der deportierten Tschetschen*innen. Die Öffentlichkeit weiß kaum etwas von ihrer gemeinsamen traumatischen Verbannungsgeschichte und noch weniger, dass der Nationalsozialismus dafür ursächlich war.

Das Erinnern an das Unrecht der Deportation fand bisher vor allem in den Familien selbst statt. In Tschetschenien fehlt ein etabliertes offizielles Gedenken. Der 23. Februar, an dem Tschetschen*innen an die Opfer der Deportation erinnern, war in der Sowjetunion und ist noch immer im heutigen Russland der Tag des Verteidigers des Vaterlandes. Die tschetschenische Diaspora organisiert an jedem Jahrestag in zahlreichen europäischen Städten Gedenkveranstaltungen, an denen v.a. die Nachkommen der Deportierten zusammenkommen und ihre Erinnerungen miteinander teilen.

Fotoreportage

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